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Foucault, Michel (1994): Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses [kommentiert (D)]. Übers. aus dem Franz. von Walter Seitter. Frankfurt a. M.: Suhrkamp [franz.: Surveiller et punir: La naissance de la prison. Paris 1975; erstmals erschienen in dt. Übers. 1977].



Kommentiert von Gerald Posselt, Wien (Stand: 6.10.03)

Foucaults 1975 erschienene Analyse der Entstehung des modernen Strafsystems ist seine erste genealogische Arbeit, die die so genannte Archäologie der epistemischen 'Tiefenstruktur' der Humanwissenschaften abschließt und revidiert. Zugleich ist es das Werk Foucaults, das dem Denken Nietzsches und hier vor allem der Genealogie der Moral am deutlichsten verpflichtet ist. Von Nietzsche übernimmt Foucault die These, dass das autonome Subjekt und die moralischen Werte der modernen Gesellschaft - einschließlich ihres Gefängnissystems, das auf köperliche Strafen verzichtet - nicht das Ergebnis eines durch die Vernunft geleiteten Humanisierungsprozesses sind, sondern auf der Internalisierung gewaltsamer Disziplinierungs- und Normierungstechniken beruhen. Diese Mikrophysik der Macht ergreift und durchdringt die Körper bis in die kleinsten Gesten und Verhaltensweisen. Die Seele als "Effekt und Instrument einer politischen Anatomie", so Foucaults zentrale These, ist das "Gefängnis des Körpers" (42).

Siehe auch: Macht (D); Subjekt (D); Körper (D); Genealogie (D)

Literaturhinweise
•  Foucault, Michel (1983): Sexualität und Wahrheit I: Der Wille zum Wissen [kommentiert (D)].
•  Nietzsche, Friedrich (1988): Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift [kommentiert (D)].






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